Die Fahrt mit dem Kleinbus nach Besisahar dauert inklusive Daal Bhaat Pause (Mittagessen, Reis mit Linsen) beinahe 8 Stunden. Die Fahrer des Kleinbusses denken sie machen uns einen Gefallen wenn sie so schnell fahren und alles überholen. Mir machen sie damit wahrhaftig aber keinen Gefallen gibt es für mich doch beinahe nichts schlimmeres als schnelle Autofahrten.
Dies sollte aber bald kein Problem mehr sein, denn ab Besisahar geht es für 18 Tage nur noch zu Fuss weiter. Wir wollen das grosse Annapurna-Massiv umrunden. Beim Annapurna Trekking handelt es sich um den wohl bekanntesten Trekk in Nepal. Gleichzeitig ist die Strecke von verschiedenen Outdoor Zeitschriften als die schönste der Welt erkoren worden.
Höhenpunkt der 18-Tägigen Wanderung ist dann auch die Überquerung des 5416m hohen Throng-La Passes. Grösstenteils wandern wir im Regenschatten der Annapurna dem zu folge ist auch das Klima und die ganze Vegetation nicht unbedingt Nepal typisch. Die Gegend von Manang, Muktinath und Lower Mustang hat etwas Tibetisches, nicht nur von der Vegetation auch von den Bewohnern. Dies verwundert auch weniger wenn man weiss dass diese Täler zuerst von der Tibetischen Seite her bevölkert wurden.
Diesmal begleitet mein Cousin Patrick mich auf dieser Reise, für ihn ist dies sein erster längerer Aufenthalt fern von daheim, aber auch sein erstes Trekking. Hatte er am Anfang mit der Länge und Steilheit der Strecken noch zu kämpfen, konnte man nach ein paar Tagen beinahe Täglich eine Entwicklung seiner Kondition feststellen. Muss auch gesagt sein dass unser Guide "Rit", Träger "Shyam" und ich immer mit horrendem Tempo unterwegs sind um so schnell wie Möglich in der nächsten Lodge eine Tasse Dudh Chya (Milchtee) zu schlürfen und dabei Karten zu spielen.
Shyam, Patrick, Rit vor der Annapurna
So nähern wir und langsam und sachte dem Pass, lassen uns viel Zeit zum akklimatisieren und geniessen täglich den heitersten Sonnenschein. Patrick macht sich Sorgen dass er den Pass nicht schaffen würde, Zeitweise machen sich bei ihm und Rit Kopfschmerzen bemerkbar. Dies ist aber nicht weiter schlimm sofern man darauf zu reagieren weiss. Wie für Patrick so ist es auch für Shyam den ersten Aufenthalt in dieser Höhe. Bei Vollmond und Mordskälte erreichen wir morgens um 06:00 den Pass und stürzen uns schnell auf den 1600m Abstieg nach Muktinath.
auf dem Throng-La 5416m
Scheinbar sind all die guten Geister des Himalayas auf unserer Seite. Bereits am ersten Tag nachdem wir den Pass hinter uns hatten begann ein 48-Stündiger Schneefall, wir lassen uns in Jomsom 2800m einschneien und vertreiben unsere Zeit mit schreiben, lesen und Karten spielen. Bald erfahren wir dass es auf dem Pass bis zu 1m Neuschnee gegeben hat, über 400 Leute sind im höheren Lager 4700m eingeschneit. Wie fühlen sich jetzt die naiven Touristen welche mittels Medikamente die Akklimatisation beschleunigten und jetzt in dieser Höhe für 4 Tage eingeschlossen sind. Es kommt zu Notfällen, sobald es möglich ist fliegen Helikopter und retten die Touristen.
es Weihnachtet
Am Tag nach dem grossen Schnee eröffnet sich auch uns auf 2800m ein schreckliches Bild, Mais- und Getreidefelder, Apfelbäume alles ist kaputt und unter einer schweren Schneeschicht begraben. Die Wege sind teilweise abgerutscht, der Fluss führt Hochwasser und von allen Seiten kommen Rutsche und lose Steine ins Tal. Wir befinden uns aber immer noch im Regenschatten des Annapurna, hier regnet es eigentlich nie, geschweige denn Schneefall um diese Jahreszeit. Wiederum wird mir mal ganz deutlich wie weit es mit der Klimaerwärmung ist und wie man ihre folgen auf der ganzen Welt erkennen kann.
Getreide- und Maisfelder vom Schnee begraben
Die Wanderung führt uns nun Talwärts zu den heissen Quellen von Tatopani (Tato = Heiss Pani = Wasser) wo wir unser erstes Bad geniessen. Weiter geht es nach Pokhara, der 2. grössten Stadt Nepals, hier verabschieden wir uns von Rit und Shyam, geniessen ein wenig den Luxus eines Hotels, besuchen die Stadt, den See, Museum etc.
Machapuchre einer der 3 heiligen Berge
Mit dem öffentlichen Bus fahren wir ins Therai zum Chitwan Nationalpark. Irgendwie passt dies hier nicht mehr zu Nepal, die Gegend ist vollkommen flach, mit dichtem Dschungel bewachsen und voll von wilden Tieren. Auch die Bewohner sind anders, haben eine andere Hautfarbe und treten anders auf. Hier verbringen wir 2 Tage mit Safari, ich bin eigentlich kein Safari Typ, doch diese Art hier gefällt mir. Jeder unserer 2 Guides hat einen Stock bei sich, diesen Stock vermögen sie in einem wahnsinnigem Tempo um sich zu schwingen und gesetzt der Fall ein Tiger greift uns an, ja dann, also nach Angaben der Guides bekommen die dann mit dem Stock so einen über die Rübe dass sie uns in ruhe lassen.
Krokodil im Chitwan Nationalpark
Mittlerweilen sind auch schon 4 Wochen unserer Ferien durch, Patrick hat sich entschieden früher in die Schweiz zu kehren und wir finden auch einen Flug für ihn. Für mich beginnt nun die Arbeit mit den Solaranlagen (siehe Bericht) und auch die Gesundheitlich schlechter Zeit des ganzen Aufenthaltes. Am 9 November 2005 lande dann auch ich mal wieder einige Kilo leichter und um sehr viele Erfahrungen reicher in Zürich