Am 19 November, nur gerade 9 Tage nach meiner Ankunft aus Nepal, fliegen wir ab Richtung Süden. Nach einer langen Reisezeit erreichen wir irgendwann im verlaufe des Sonntags Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens. Wir fahren in die Stadt zu Marta, hier werden wir die nächsten 2 Wochen wohnen und Spanisch lernen. Wir (mit meinem nachdruck) entschieden uns für eine intensive Variante des Spanisch Unterrichtes, Vor-und Nachmittag. Trotz des Spanisch Unterrichts genügt die zeit um Buenos-Aires zu erkunden und auch das morgendlichen Lauftraining kam nicht zu kurz.
Mit dem Kopf voller Verb-Konjugationen wagen wir uns dann auf die grosse Reise, 11 Woche quer durch Südamerika. Wir besuchen Montevideo in Uruguay, Iguaçu in Brasilien und kehren zurück zu Marta nach Buenos Aires. Hier hatten wir meine Bergausrüstung deponiert welche wir jetzt nach Mendoza bringen wollen. In Mendoza bleiben wir einige Tage, organisieren die Expedition zum Aconcagua welche in 6 Wochen von hier starten wird.
Wasserfälle von Iguaçu
Nach Mendoza zieht es uns weiter in den Süden, vorerst nach Puerto Madryn von dort nach Bariloche wo wir mit einer freundlichen Familie Weihnachten feiern dürfen. Wir Wandern, Biken, geniessen unsere Ferien in vollen Zügen. Zwei Tage dauert die Fahrt über zum Teil unbefestigten Strassen weiter Richtung Süden bis nach El Calafate. El Calafate ist Ausgangsort für einige der wohl Schwierigsten Klettereien am Fitz Roy und Cerro Torre, der Ort selber ist klein, herzig und gemütlich. Hier Feiern wir den Jahreswechsel und reisen am nächsten Morgen weiter nach El Chalten.
Fitz Roy
El Chalten ist wiederum Ausgangsort zum gewaltigen Gletscher Perito Moreno dessen bis zu 100m hohen Eisflanken in regelmässigen Abständen in den See abbrechen. Mittlerweilen ist in Argentinien Hochsommer, doch wir sind bereits so südlich dass sich die Temperaturen eher bescheiden geben. Es ist Hochsaison und im Süden sei alles voll, ein weiterkommen oder übernachten ohne gebucht zu haben fast unmöglich, dies wurde uns bereits in Buenos Aires gesagt. Doch bis jetzt lief alles glatt, wir hatten nie mehr als 3-4 Tage im voraus geplant und sind sehr zufrieden.
Perito Moreno Gletscher
Bis ganz unten nach Feuerland wollen wir, Ushuaia die südlichste Stadt der Welt besuchen. Es sollte nur noch einen Weg geben, der Weg zurück nach Norden. Das Klima ist rau, obwohl jetzt Hochsommer ist (zweite Januarwoche) wird in jedem Haus geheizt und in den Bergen hinter dem Dorf kommt der Schnee ziemlich weit runter. Irgendwie geht alles auf, Umkehrpunkt am südlichsten ende Südamerikas, Halbzeit unserer Ferien und Petras Geburtstag.
Nun geht es an der Chilenischen Seite hinauf bis nach Santiago. Also nicht ganz so schnell, vorerst nach Punta Arenas dann nach Puerto Natales wo wir natürlich den Weltbekannte Torres del Paine Nationalpark besuchen. Von Puerto Natales aus nehmen wir dann die Fähre nach Puerto Montt. Die 4 Tage den Fjorden entlang aber auch auf stürmischer See sind sehr beeindruckend. In Puerto Montt werden wir vom Sommer erwartet und reisen schnurstracks nach Pucon am Fusse des Vulkans Villarica.
Vulkan Villarica
Ein solch schöner Vulkan muss natürlich bestiegen werden, bei schönstem Sonnenschein sitzen wir bald schon am Kraterrand und schauen runter in den aktiven Kern des Vulkans. Wie verbringen wiederum die Zeit mit Biken, Baden und Wandern. Mit etwas Wehmut machen wir uns dann auf dem Weg in die Grossstadt Santiago de Chile. Wie es Bergler so in den grossen Städten geht, wir finden uns nie ganz so zurecht, schnell wird ein Hügel erklommen und eröffnet uns den Blick über die vom Smog geplagten Stadt.
Santiago de Chile
Die Besteigung des Aconcaguas rückt langsam näher, von Santiago sind wir über den Pass innerhalb von 6-7 Stunden in Mendoza. In Mendoza gibt es viel zu tun, meine Ausrüstung wird wieder zusammengesucht, Treff mit den anderen Teilnehmern und die Permits für den Gipfel müssen organisiert werden. Petra ist die ersten 5 Tage auch mit von der Partie sie geniesst ihr kleines Trekking sichtlich und lässt es sich nicht nehmen im Camp auf 3300m Volleyball zu spielen. Nach dem Ausflug an die Südwand auf mehr als 4000m verabschiedet sie sich dann. Nach 9 Wochen dauernd zusammen sein irgendwie ein bedrückender Moment und dies in aller Kälte um 7.00 morgens.
Aconcagua Südwand
Petra reist nach Santiago wo sie ihre Schwester erwartet und ich mach mich auf um endlich ein schon langgestecktes Ziel und Traum zu verwirklichen. Am Sonntag den 5 Februar um 14:30 ist es mir dann auch endlich gegönnt auf dem 6959m hohen Aconcagua zu sitzen. Der Weg hierher war bitter, gezeichnet von Kopfweh, Apetittlosigkeit, Durchfall, Erbrechen und vielem mehr. Der Rückweg ist nicht minder so schlimm droht meinem Thailändischem Freund doch ein Hirnödem welches meine ganze Aufmerksamkeit beansprucht und mich an die Grenze der Kräfte und in die Dehydration führt.
auf dem Aconcagua 6959 m
Zurück in Mendoza erreicht mich über einige Umwege die wohl erfreulichste Nachricht, während meiner Abwesenheit auf dem Gipfel wurde ich Onkel und Götti. All dies muss natürlich gebührend gefeiert werden, so dass mein Bett im 4-Stern Aconcagua Hotel inkl. Frühstücksbuffet unbenutzt bleiben. 2 Tage später kamen Petra und Martina in Mendoza an, gemeinsam mit Agnieszka (Polen) und Arkom (Thailand) genossen wir die Tage, assen vom guten argentinischen Fleisch und tranken den vorzüglichen Wein aus Mendoza.
Arkom,Vitus,Petra, Agnieszka
Der Abschied vom Team war recht hart, wir hatten viele gemeinsame Erlebnisse welche uns wohl bis ans lebensende begleiten werden. Martina, Petra und ich fuhren nach Santiago und bereisten von dort noch die Umgebung von Serena. nach 13 Wochen war es soweit, über die Anden flogen wir nach Sao Paulo weiter über Paris bis nach Zürich. Es war ende Februar und eine bittere Kälte fesselte die Schweiz.