Im April 2004 sollte es soweit sein, meine erste Reise in den Himalaya. Als mich ein Freund anfragte ob ich mit ihm nach Nepal komme war ich sofort dazu bereit. Ohne auch nur einen Augenblick darüber nachgedacht zu haben und ohne genauere Informationen über das Land. Wir entschieden uns 8 Wochen zu bleiben, hatten 2 Übernachtungen gebucht und eine Adresse in der Tasche.
In Nepal angekommen nahmen wir mit der besagten Adresse Kontakt auf, es stellte sich heraus dass es sich hierbei um einen erfahrenen "Reisefachmann" handelt, dem ich noch heute mein vollstes Vertrauen schenke. Wir entschieden uns für einen 10-tägigen Langtang Trekking und für einen 21-tägigen Solokhumbu Trekking. Was wir dannach noch machen wollten war ungewiss.
ein Bus wird beladen
Das Langtang Gebiet ist ein bisschen anders als die typischen Trekking Gebiete am Everest und Annapurna. Nur wenig Touristen verirren sich dorthin und die Leute sind nicht so vom Tourismus gezeichnet wie man es anderswo kennt. Die 10 Tage verstreichen schnell und ich lerne eine ganz neue Art des Reisens und Erkundens kennen. Mein Freund hingegen tut sich mit dieser neuen Welt ein bisschen schwer, ist es zudem auch gleich sein erster Aufenthalt fern von zuhause. Irgendwie schafft er es nicht sich wohl zu fühlen, er entscheidet sich nach 2 Wochen in die Schweiz zu kehren.
Kinder beim Abwasch in Langtang
Nach dem ersten kleinen Schock, alleine in Nepal, war ich schnell wieder voller Tatendrang und Energie für den 21-tägigen Everest Trekk. Diese Route ist natürlich gezeichnet von den Einflüssen des Tourismus. Dies setzt sich um auf die Preise für Essen und Unterkünfte hat aber auch einen höheren Standart zur folge. Alleine mit Rit, dem Einheimischen Träger, geniesse ich die 3 Wochen. Die Schweiz, die Arbeit aber auch Freunde und Familie war mir noch nie so Fern wie in diesen 3 Wochen. Eine neue Welt tat sich mir auf eine einfache Welt mit Zeit, Bescheidenheit und Ruhe.
Sagramatha, nepalisch für Mount Everest
Nun waren da noch die 2 Wochen bis zum Rückflug. Da ich alleine war konnte mich jetzt niemand mehr von der Idee abbringen nach Tibet zu reisen. Die reise sollte aber "Tibeterfreundlich" sein, anhand meines Kontakts in Nepal erhielt ich über Umwege ein Visum und die Adresse eines in Lhasa lebenden Tibeters.
Potala Palast in Lhasa
So schwierig hatte ich es mir dann doch nicht vorgestellt, die Chinesen welche Tibet besetzt halten und die Tibeter unterdrücken sind über individuell reisende Touristen gar nicht erfreut. Dies bekommt man sofort zu spüren wenn man mit einem öffentlichen Verkehrsmittel reisen will. Die Rückfahrt über den "Friendship Highway" (1000km Schotterpiste zwischen 4000 und 5000 Höhenmeter) gestaltete sich als ein Meisterstück der Organisation. Wurde man mal mitgenommen musste man vor jedem Armee-Checkpoint aussteigen und selbst zu Fuss irgendwie vorbei huschen.
Hochland von Tibet, im Hintergrund die 8000er des Himalaya
Froh die Nepalische Grenze erreicht zu haben wartet die nächste Schwierigkeit, Generalstreik für 3 Tage, nichts läuft mehr. Eine Touristengruppe welche keine Zeit mehr hat wir von riesigen Armee-Helikoptern ausgeflogen. Mir wird ein Platz im Heli für 350 Dollar angeboten, aber vorher würde ich die 250km nach Kathmanud eher noch zu Fuss zurücklegen! Ich vertreibe mir die Zeit im kleinen Dorf, die Jungs spielen wohl heute noch Tgau Sepp.
grosser Russischer Helikopter
In Kathmandu angekommen besuche ich noch Freunde in Bhaktapur und mach mich bereit auf den baldigen Flug nach Delhi. Der Flug nach Delhi war bei der Royal Nepalese Airline gebucht, welche leider mehr Flüge anbietet als was sie Flugzeuge besitzt. Um meinen Flug von Delhi nach Wien garantiert erreichen zu können entschied ich mich eben dafür ein bisschen früher nach Delhi zu gehen. So konnte ich in Indien auch gleich den Taj Mahal besichtigen welcher ja nur 200km südlich von Delhi in Agra ist.